| Kritik Dortmund |
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Westfälische Rundschau Junges Ensemble begeisterte im Harenberg City Center „Streichquartett“ mit vier Saxophonen: Ein echter Hörgenuss! Die erstaunliche Wandlungsfähigkeit des Saxophontons reizte Klaus Pfister, dieses "exotische" Instrument zu erlernen.Diese Vielseitigkeit begeisterte auch die Zuhörer im Hardenberg City Center, als er mit seinem "new art saxophone quartet" als einer der Stars des Festivals" The Next Generation" musizierte. Die vier jungen Musiker - neben Klaus Pfister sind noch René Straub, Altsaxophon, Philipp A. Stäudlin, Tenorsaxophon, und Erich Strehler, Baritonsaxophon, bei dem 1991 in Basel gegründeten Ensemble dabei vereinen Musizierfreude, musikalische Neugierde, instrumentales Können und sicheres Zusammenspiel. Sie beschäftigen sich gern mit neuer Literatur, haben auch keine Berührungsängste, Werke früherer Epochen für sich zu bearbeiten, wenn es ihnen möglich und sinnvoll erscheint. Bei Antonin Dvoraks "Amerikanischem Streichquartett" muss man sich den originalen Streicher-Höreindruck aus den Ohren treiben und sie dem neuen "Kolorit" öffnen, dann kann man die Besonderheit seines Klanges genießen. Besonders die schönen, weichen Melodien der ersten beiden Sätze kann das schmeichelnde Saxophon mit dynamischer Weite wundervoll nachzeichnen, doch auch die idyllische Naturverbundenheit und die Nähe zur amerikanischen Volksmusik herbeizaubern, schließlich auch die beweglichen Begleitstimmen locker und elastisch darstellen. Die aus der minimalistischen Wiederholungsstruktur gewonnene Sogwirkung von Philip Glass´ Filmmusik "Mishima", in der sehr wenig "passiert", doch viel gefordert wird, lässt sich, wie man überzeugend hörte, ebenfalls mit dem Saxophonklang effektvoll.darstellen. Klangwunder entwickelte das Quartett in Gavin Bryars "Alaric 1 or II": schwebende Naturbilder entstehen da, hymnische Aufschwünge, Klangeindrücke eines entfernten Alphorns. Dass aber das Saxophon eben auch besonders für den Jazz geeignet ist, bewiesen die temperamentvollen, fröhlichen Musiker dann mit drei Songs von George Gershwin, mit wilden und "schrägen" Improvisationen von Phil Woods in raffiniertem Satz und mit großem rhythmischem Drive. Und in ihren Zugaben führten sie ihre Hörer mit einem Piazzola Tango nach Südamerika und mit einem Stück aus der Bretagne in Klangwelten des schottischen Dudelsacks. Besser konnten sie die Vielfalt des Saxophons wohl nicht demonstrieren! (ME) |
