| Kritik Bonn |
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General Anzeiger Bonn Arithmeum: Wenn das Saxophon wie eine Geige klingt Beim Auftritt des new art saxophone quartet (nasq) im Arithmeum gaben sich die Instrumente des Ensembles chamäleonhaft: Über weite Strecken, gaben sie vor Geige, Cello oder Gambe zu sein. Das Programm enthielt denn auch bis auf zwei Originalkompositionen von Gabriel Pierné und Edith Lejet ausschließlich Bearbeitungen, wobei das 1991 gegründete Basler Quartett mit Klaus Pfister (Sopransaxophon), René Straub (Altsaxophon), Philipp A. Stäudlin (Tenorsaxophon) und Erich Strehler (Baritonsaxophon) gern aufs Streicherrepertoire zurückgreift. Das Instrument wurde ‑ mitten in der Zeit der Romantik ‑ 1840/41 durch Adolphe Sax erfunden. Die Arrangernents "in beide Richtungen", von Werken des Renaissance bis in die Neuzeit, machen für das Ensemble indes einen ganz speziellen Reiz aus. Zu einem Großteil stammen sie aus der Feder Pfisters. Mit seiner Saxophon‑Quartett‑Bearbeitung zu Philip Glass' Streichquartett "Mishima" ist ihm da ein wahres Meisterwerk gelungen. Pfisters Bearbeitung des in sechs Szenen konzipierten minimalistischen Werks ist von Glass höchstpersönlich abgesegnet. Die vier Musiker entfalteten im Arithmeum einen Klangteppich von berauschender Dichte. Die minimalistischen Veränderungen der Motivwiederholungen des als Filmmusik geplanten Werks suggerierten hier schimmernde, wabernde Farbigkeit. Das nasq bestach dabei mit seiner organischen, dynamischen Flexibilität. Sämtliche Beiträge des Konzerts, das vom Deutschlandfunk mitgeschnitten wurde, überzeugten durch technische Brillanz und interpretatorischen Feinsinn. Die bisauf den letzten Platz ausverkauften, hohen Räumlichkeiten schienen beim barocken Eröffnungsbeitrag mit der ersten Gamben‑Suite von Matthew Locke noch nüchtern, der Interpretation von Glass' "Mishima" und schließlich den drei abschließenden Songs von George Gershwin kamen sie dann entgegen. Susanne Haase-Mühlbauer
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